Dienstag, 17. Januar 2017

Gemeinsam Lesen #45

Gemeinsam Lesen ist eine Aktion von Schlunzen-Bücher, die von Asaviel's Bücher-Allerlei ins Leben gerufen wurde. Die Aktion findet wöchentlich immer Dienstags bei Steffi und Nadja von Schlunzenbücher statt. Teilnehmen darf jeder wann und immer er Lust und Zeit dazu hat. Die Fragen auch nach Dienstag noch beantwortet werden. Bitte benutzt bei einer Teilnahme das Gemeinsam Lesen.



1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du? Ich lese gerade Die Geschichte eines neuen Namens von Elena Ferrante und befinde mich aktuell auf S. 156/624.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite? 
"Ich muss noch ein bisschen Farbe rein bringen."
 
3. Was willst du aktuell unbedingt zu deinem Buch loswerden?
Mir hat Band 1 der Neapolitanischen Saga schon extrem gut gefallen (hier gehts zur Rezi)  und ich freue mich riesig, dass Band 2 ihm in nichts nachsteht. Ich kann das Buch kaum zur Seite legen.
 
4. Belastet dich ein hoher SuB oder freut er dich sogar?
Ich erfreue mich jeden Tag an meinem SuB und auf die Geschichten, die mich noch erwarten.
Und was lest ihr gerade?

Sonntag, 15. Januar 2017

Mein Lesejahr 2016 - Teil 3/3 Gute Vorsätze

Hallo zusammen,

heute gibt es den dritten und somit letzten Teil meines Jahresrückblickes. Wenn ihr euch für meine gelesenen Bücher und beendeten Reihen interessiert, findet ihr hier eine Auflistung aller Buchtitel. Meine Highlights und meine Flops aus dem Jahr 2016 bekommt ihr hier zu sehen.

Kommen wir nun aber zu meinen guten Vorsätzen für das Jahr 2017 und ich darf freudig verkünden, dass ich eigentlich kaum gute Vorsätze habe ;)


1. Mehr Englisch lesen
Daran bin ich kläglich gescheitert, denn ich habe abgesehen von ein paar Graphic Novels nichts auf englisch gelesen. Das finde ich zwar schade, aber da kann man nun mal nichts machen. Vielleicht steht mir 2017 mehr der Kopf nach englischsprachigen Büchern. Als Vorsatz möchte ich mir dies aber nicht nehmen.

2. Weniger stressen
Das ist mir bedingt gelungen. Ich habe meinen SuB weiterhin im Auge und habe auch dieses Jahr einen Plan mit Büchern, die ich gerne lesen würde, aber ich werde mich nicht  festlegen. Auch dieses Jahr werde ich diesen Vorsatz weiter verfolgen und lesen was ich will, wann ich es will. Lesen ist mein Hobby, meine Leidenschaft und ich möchte, dass das so bleibt. Ich werde mir nicht durch von mir selbst aufgezwungene Regeln den Spaß nehmen.

3. Reihen beenden
Auch hier hätte es "besser" laufen können. Ich hatte mir zehn bestimmte Reihen fest vorgenommen. Von den zehn Reihen habe ich nur drei beendet und zwei abgebrochen. Fünf weitere Reihen stehen nach wie vor auf meiner "zu beenden" Liste (manche mehr, manche weniger "dringend"). Ein paar Reihen möchte ich 2017 beenden und ich bin zuversichtlich, dass mir dies gelingt, da ich auch unbedingt wissen möchte, wie die jeweilige Geschichte endet. Hierbei handelt es sich um:

- Engelsfors Band 3
- Die Chroniken der Schattenjäger Band 3
- Raven Boys Band 3+4
- Rache und Rosenblüte
- Die Schatten von London 2+3

Vorschau / Was wird sich auf Kopfkino-Blog ändern?
Zunächst einmal nicht viel. Ich bin eigentlich ganz zufrieden, wie es derzeit läuft. Mein neues Design gefällt mir sehr gut und ich bin froh über die Entscheidung, die Sterne-Bewertung bei Rezensionen wegzulassen. Wie es dazu kam, werde ich demnächst in einem Extrapost ausführen, da mich auch eure Meinung dazu brennend interessiert.

Was sind eure guten Vorsätze für das Jahr 2017?
Habt ihr euch an eure Vorsätze aus 2016 gehalten?

Sonntag, 8. Januar 2017

Mein Lesejahr 2016 - Teil 2/3 Highlights und Flops

Hallöchen zusammen :)

102 Bücher habe ich im Jahr 2016 gelesen. Ein paar der Bücher stachen besonders hervor, andere enttäuschten mich. Insgesamt habe ich aber deutlich mehr gute Bücher gelesen als solche, die mir nicht gefallen haben. Wenn euch interessiert, was ich genau im vergangenen Jahr gelesen habe findet ihr hier eine Auflistung aller Buchtitel. Nun starten wir aber erst einmal mit meinen Highlights. Die verlinkten Buchtitel führen euch zu meiner Rezension, gibt es keine Rezension, führt euch der Link zur Verlagsseite :)

Krimis / Thriller

Im Krimigenre kann ich eine Neuentdeckung verzeichnen: Angela Marsons. Ihre Bücher Silent Scream und Evil Games fand ich sehr spannend. Beide Bücher teilen sich den ersten Platz im Genre Krimis / Thriller. Auch Broken House von Gillian Flynn konnte mich begeistern. Obwohl dieses Büchlein aus nur 64 Seiten besteht war es unglaublich spannend. Winter People - Wer die Toten weckt von Jennifer McMahon ist ein Thriller, wie ich ihn noch nicht gelesen habe. Sehr düster, sehr spannend und toll geschrieben.

Gegenwartsliteratur


Mein erster Platz geht hier an The Girls von Emma Cline und ist zugleich mein absolutes Jahreshighlight. Leider habe ich zu der Zeit, in der ich das Buch gelesen habe, nur wenig gebloggt, weshalb es keine Rezension dazu gibt. Das werde ich noch nachholen. Westlich des Sunset von Stewart O'Nan und Nach einer wahren Geschichte von Delphine De Vigan teilen sich den zweiten Platz. Auch zu "Nach einer wahren Geschichte" möchte noch eine Rezension schreiben, wenn ich irgendwann doch noch die richtigen Worte dazu finde. Auch Nora Webster von Colm Toibin, die Geschichte einer verwitweten Frau im Irland der 60er Jahre, gehört definitiv in meine Jahreshighlights.


Klassiker

Ein paar Klassiker habe ich auch gelesen. Mein absoluter Favorit: Der Fremde von Albert Camus. Auch Ein Monat auf dem Land von J.L. Carr konnte mich vollends begeistern, ebenso wie Wer die Nachtigall stört von Harper Lee.

Romane

Meine geniale Freundin von Elena Ferrante war mein absolutes Romanhighlight in diesem Jahr. Die beiden Freundinnen sind mir sehr ans Herz gewachsen und ich freue mich schon auf die Folgebände. Die verbotene Zeit von Claire Winter war ein toller und spannender historischer Roman, ebenso wie Das Seehaus von Kate Morton. Beide Bücher haben mir sehr gut gefallen.

Jugendbuch & Dystopie
Lange habe ich mich vor dem Lesen von Das Feuerzeichen 02 Rebellion von Francesca Haig gedrückt und nun zähle ich es zu meinen Jahreshighlights. Mir hat der zweite Band noch viel besser gefallen, als der erste. All die verdammt perfekten Tage von Jennifer Niven ist ein einfühlsames Buch, welches die Krankheit manische Depression behandelt und dafür sensibilisiert. Ich finde das Buch unglaublich wichtig. Die erste Liebe (nach 19 vergeblichen Versuchen) von John Green hingegen ist ein Buch, das ein weniger ernstes Thema behandelt und mich durch den Humor mehrfach zum Lachen brachte. Ein tolles Wohlfühlbuch!

Jugendfantasy

Kaum zu glauben, dass es schon ein Jahr her sein soll, dass ich Zorn und Morgenröte von Renee Ahdieh verschlungen habe. Wer Geschichten wie aus 1001 Nacht mag, ist hiermit gut beraten. Außerdem haben es noch zwei Zweitbände in meine Highlights geschafft. Oft sind Zwischenbände  die schlechtesten einer Trilogie doch weder Clockwork Prince von Cassandra Clare noch Wer die Lilie träumt von Maggie Stiefvater brauchen sich hinter ihren Vorgängern verstecken.

Kommen wir zu den Büchern, die mich 2016 leider weniger überzeugen konnten:
 

Flops klingt immer so hart. Aber nicht alle der genannten Bücher waren "schlecht". Hier geht es viel mehr um die Bücher, die mich am meisten enttäuscht haben.

Der ehrenwerte Mörder von Erin Kelly hat mich vor allem deshalb so enttäuscht, weil ich "Das Böse, das im Herzen schläft" der Autorin so unglaublich gut fand. Bei Walt von Russell Wangersky hatte ich mir so viel mehr erhofft. Das Buch hatte unglaubliches Potential, das leider viel zu wenig ausgeschöpft wurde. Mit Northanger Abbey von Val McDermid wurde ich einfach nie so richtig warm. Kurz zuvor hatte ich ein anderes Buch der Autorin gelesen, dass mich komplett überzeugen konnte, sodass die Erwartungen einfach zu hoch waren. Das Apfelblütenfest von Carsten Sebastian Henn hat mir zu Beginn so gut gefallen...und dann hat mich alles nur noch genervt. Ebenfalls genervt hat mich die Handlung von Tanz auf Glas von Ka Hancock. Dieses Buch konnte ich nicht einmal beenden, weil ich es so furchtbar fand.

Auch Weiß wie Schnee, rot wie Blut, grün vor Neid von Gabriella Engelmann fand ich einfach nur doof. Das Buch war einfach gar nichts und ich habe es nach etwa 100 Seiten abgebrochen. The Perfectionists 01 Lügen haben lange Beine von Sara Shepard hat mich enttäuscht, weil es so langweilig war. Die Charaktere empfand ich als ebenso platt wie die Handlung. Wo wir schon bei platter Handlung und platten Charakteren sind: Auch bei meinem nächsten Buch kann ich ein Lied davon singen. While it lasts von Abbi Glines empfand ich als unglaublich nervig. Die Charaktere hätte ich am liebsten verhauen und mir wird immer noch schlecht, wenn ich "Barbell" lese oder höre. Goddess of Poison- Tödliche Berührung von Melinda Salisbury widerum war kein richtiger Flop. Ich war enttäuscht über die Entwicklung von Handlung und Charakteren nachdem das Buch so gut begonnen hat. Zu guter letzt kommt die größte Enttäuschung und zwar Die Auslese - Nichts ist, wie es scheint von Joelle Charbonneau. Das Buch war bei weitem nicht das schlechteste, der hier aufgelisteten Bücher, aber die Enttäuschung dafür umso größer. Band eins fand ich schon richtig gut, Band zwei sogar noch besser. Und dann kam Band drei, der den Vorgängern so gar nicht gerecht wird. Sehr, sehr schade.

Das waren meine Highlights und Flops aus 2016.
Welche Bücher davon kennt ihr?
Seid ihr mit mir einer Meinung oder vielleicht doch ganz anderer?
Was sind eure Jahreshighlights und Flops aus dem vergangenen Jahr?

Rezension: Elena Ferrante - Meine geniale Freundin

OT: L'amica geniale
Übersetzung: Karin Krieger
Preis Ebook: 18,99 €
Preis Hardcover: 22,00€
Seitenanzahl: 422 Seiten

Verlag: Suhrkamp
ISBN: 978-3518425534
Erscheinungsdatum: 29. August 2016
Genre: Roman
Reihe: Band 1/4

Klappentext Sie könnten unterschiedlicher kaum sein und sind doch unzertrennlich, Lila und Elena, schon als junge Mädchen beste Freundinnen. Und sie werden es ihr ganzes Leben lang bleiben, über sechs Jahrzehnte hinweg, bis die eine spurlos verschwindet und die andere auf alles Gemeinsame zurückblickt, um hinter das Rätsel dieses Verschwindens zu kommen.

Im Neapel der fünfziger Jahre wachsen sie auf, in einem armen, überbordenden, volkstümlichen Viertel, derbes Fluchen auf den Straßen, Familien, die sich seit Generationen befehden, das Silvesterfeuerwerk artet in eine Schießerei aus. Hier gehen sie in die Schule, die unangepasste, draufgängerische Schustertochter Lila und die schüchterne, beflissene Elena, Tochter eines Pförtners, beide darum wetteifernd, besser zu sein als die andere. Bis Lilas Vater seine noch junge Tochter zwingt, dauerhaft in der Schusterei mitzuarbeiten, und Elena mit dem bohrenden Verdacht zurückbleibt, eine Gelegenheit zu nutzen, die eigentlich ihrer Freundin zugestanden hätte.

"Meine geniale Freundin" ist vermutlich der Roman, der 2016 am häufigsten in den Medien erwähnt wurde. Viel Lob, nur wenig Kritik und Spekulationen wer sich hinter dem Pseudonym Elena Ferrante verbirgt. Meine Erwartungen an dieses Buch waren enorm hoch und wurden in allen Bereichen erreicht oder übertroffen.

Die Geschichte beginnt damit, dass Lila mit schätzungsweise 70 Jahren verschwindet. Spurlos. Keins ihrer Kleidungsstücke ist noch in ihrer Wohnung, Fotos von ihr sind verschwunden oder sie hat sich raus geschnitten. Ihr Sohn wendet sich an Elena, doch auch die weiß nicht, wo ihre langjährige Freundin steckt. Elena blickt zurück und erzählt die Geschichte der beiden Mädchen. Die Handlung beginnt im Neapel der 50er Jahre, in welcher Zeit Bildung noch nicht jedem Mädchen zuteil wurde. Elena und Lila sind beide sehr klug, doch Lila scheint viel leichter zu lernen. Sie ist immer Klassenbeste, den anderen weit voraus. Elena hingegen leidet darunter immer nur die Zweite zu sein und versucht, den Abstand zu ihrer Freundin durch Lernen und Disziplin zu verringern. Die Mädchen könnten unterschiedlicher nicht sein. Während Lila ein sehr freches Mundwerk hat und aufsässig und wild ist, ist Elena die ruhigere, die um das Ansehen der Lehrer bemüht ist. Sie hält sich an Regeln und überschreitet keine Grenzen. Doch dann kommt der Tag, an dem sich entscheidet, ob die beiden Mädchen weiter zur Schule gehen dürfen. Während Elena ihre Eltern gerade so dazu überredet bekommt, weigern sich Lilas Eltern sie weiter zur Schule gehen zu lassen. Die Klassenbeste, die Geniale wird von der Schule genommen und arbeitet fortan in dem Laden ihres Vaters.

Ich habe dieses Buch so unglaublich gerne gelesen. Der Schreibstil von Elena Ferrante ist wunderschön und beschreibend und dennoch flüssig zu lesen. Ich konnte das Buch kaum zur Seite legen. Besonders toll fand ich die atmosphärische Dichte und Authentizität des Buches. Als Leser, wandelt man selbst durch die Straßen des neapolitanischen Viertels. Man spürt die unglaubliche Hitze, hört die Streitereien der Einwohner und sieht all das "typisch neapolitanische" vor sich. Kurz: Man befindet sich mittendrin. Sehr authentisch empfand ich auch die Freundschaft der beiden Mädchen. Trotz der engen Verbundenheit und der Liebe zueinander, hören sie nie auf miteinander zu konkurrieren. Auch Neid ist für beide kein Fremdwort. Während Lila darunter leidet, dass Elena zur Schule gehen darf, leidet Elena darunter, dass sie nur die beste ist, weil ebendies Lila verwehrt bleibt. Unheimlich berührend empfand ich in diesem Roman die Sehnsucht nach Bildung. Lilas Leiden wird undramatisch und doch eindringlich zwischen den Zeilen geschildert. Nachdem sie von der Schule genommen wurde, lernt sie zunächst weiter, lernt im Alleingang sogar Fremdsprachen, doch irgendwann möchte sie davon, aus Selbstschutz, nichts mehr wissen. Auch die Rollen der beiden verändern sich. Lila war in ihrer Kindheit stets die mutige, die draufgängerische. Elena hingegen ruhig und bedacht. Während der ersten Jahre, die in diesem ersten Band beschrieben werden, werden die Rollen beinahe vertauscht. Elena erhält durch ihre Bildung mehr Selbstwertgefühl, während dies Lila genommen wird. Wir lernen Elena und Lila kennen, mit all ihren Macken. Wir begleiten sie während ihre Kindheit und der Pubertät. Erfahren ihre Selbstzweifel, ihre Veränderungen.

In einem Gespräch sagt Lila zu ihrer Freundin, dass diese immer weiter lernen müsse. Als diese entgegnete, dass sie in zwei Jahren ihr Abitur habe, erwidert Lila, dass sie auch danach noch weiter lernen müsse, immer. Und dass sie ihr, sollte es finanziell knapp werden, unter die Arme greift.

"(...) Du bist meine geniale Freundin, du musst die Beste von allen werden, von den Jungen und den Mädchen." (S. 398)

Während der Leser von Beginn an in Lila die "geniale Freundin" sieht, bezeichnet diese zum Ende des Buches Elena als ebendiese. Den Buchtitel empfinde ich daher als umso passender.

Fazit: Ein Roman, der den Leser verschiedenste Dinge fühlen lässt. Mir blieb gar nichts anderes übrig, als mich in die Rollen der Mädchen zu versetzen, darüber nachzudenken was für ein Glück wir doch haben, dass uns alle Tore zu Bildung offen stehen. Ich versank in dem atmosphärischen Schreibstil und genoss das neapolitanische Flair. Ich freue mich schon darauf, erneut in die Welt von Lila und Elena einzutauchen.
 

Freitag, 6. Januar 2017

Rezension: Simon Beckett - Totenfang

OT: The Restless Dead
Übersetzung: Sabine Längsfeld, Karen Witthuhn
Preis Ebook: 19,99 €
Preis Hardcover: 22,95€
Seitenanzahl: 560 Seiten

Verlag: Wunderlich
ISBN: 978-3805250016
Erscheinungsdatum: 14. August 2016
Genre: Thriller
Reihe: Band 5

Klappentext Seit über einem Monat ist der 31-jährige Leo Villiers spurlos verschwunden. Als an einer Flussmündung zwischen Seetang und Schlamm eine stark verweste Männerleiche gefunden wird, geht die Polizei davon aus, Leo gefunden zu haben. Der Spross der einflussreichsten Familie der Gegend soll eine Affäre mit einer verheirateten Frau gehabt haben, die ebenfalls als vermisst gilt: Leo steht im Verdacht, Emma Darby und schließlich sich selbst umgebracht zu haben. Doch David Hunter kommen Zweifel an der Identität des Toten. Denn tags darauf treibt ein einzelner Fuß im Wasser, und der gehört definitiv zu einer anderen Leiche.

Für die Zeit seines Aufenthalts kommt David Hunter in einem abgeschiedenen Bootshaus unter. Es gehört Andrew Trask, dessen Familie ihm mit unverholener Feindseligkeit begegnet. Aber sie scheinen nicht die einzigen im Ort zu sein, die etwas zu verbergen haben. Und noch ehe der forensische Anthropologe das Rätsel um den unbekannten Toten lösen kann, fordert die erbarmungslose Wasserlandschaft erneut ihren Tribut…


Mehr als fünf Jahre liegen zwischen dem Erscheinungsdatum des vierten und des fünften David Hunter Romans. Die ersten Bände, insbesondere die ersten drei, habe ich "damals" in Rekordgeschwindigkeit verschlungen und nenne sie, bei der Frage nach meinen Lieblingsthrillern, immer zuerst. Die Erwartungen an diesen fünften Band waren gigantisch, die Freude darauf groß.

Ich hatte keinerlei Probleme mich in dem Buch zurecht zu finden, auch wenn es sehr ruhig begann. Der Schreibstil von Simon Beckett ist einfach und flüssig zu lesen. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive des Protagonisten David Hunter erzählt. Die ersten Seiten las ich sehr schnell, auch wenn keine Spannung aufkam. Ich mag keine actiongeladene Spannung, keine pausenlose Aneinanderreihung von Geschehnissen, sondern eher atmosphärische Spannung, erzeugt durch Stimmung, Bemerkungen, langsame Entwicklungen. So störte mich diese fehlende Spannung zunächst nicht. Als ich jedoch auf Seite 200 angekommen war und immer noch keinerlei Drang zum Weiterzulesen empfand, machte sich die erste Enttäuschung breit. Ich verlor die Lust an dem Buch, legte es für einige Tage zur Seite und las nur noch häppchenweise weiter. Als ich auf S. 320/560 ankam, wollte eine Freundin wissen, wie mir das Buch mittlerweile gefällt. Ich gab ihr folgende Antwort: "Ich glaube, so langsam macht sich etwas ähnliches wie Spannung bemerkbar." Wirkliche Spannung kam auch in den darauffolgenden 240 Seiten nur gelegentlich auf. Das Miträtseln, wer der Täter war, hielt sich in Grenzen. Die Geschehnisse und Entwicklungen konnten mich zwar bei Laune halten, sodass ich das Buch relativ schnell fertig las, aber ich hatte mir dennoch mehr Spannung zum Ende erhofft. Auch dieses empfand ich leider nur als ganz okay. Ich habe diese Entwicklung zwar nicht erwartet, aber vollkommen überrascht oder zufrieden gestellt hat sie mich dennoch nicht.

Was ich bei diesem Buch besonders bedauere, und was auch ein Grund für meine fehlende Begeisterung ist, ist der fehlende Bezug zu den Opfern. Zu Beginn des Buches gibt es zwei Opfer. Beide sind nicht nur unsympathisch, sondern auch dermaßen blass, dass es mir schwer fiel, sie mir als Menschen vorzustellen. Für mich waren sie Mittel zum Zweck. Die Leichen, deren Mörder es zu finden galt. Auch die anderen Charaktere in diesem Buch sind unterschiedlich gut gelungen. Bei David Hunter fällt mir der Vergleich etwas schwer, da das Lesen des Vorgängers bereits einige Zeit her ist. War David Hunter schon immer so blass, so perfekt? Hat sich nur mein Geschmack geändert? Fällt mir diese unauthentische Perfektion, diese Blässe erst jetzt auf? Die anderen Charaktere sind Stereotypen. Die giftige Ermittlungsleiterin, der großväterliche Polizist, die sympathische und wunderschöne Schwester des Opfers, der griesgrämige Eigenbrötler...alles schon da gewesen. Dennoch konnten mich einige der Charaktere überzeugen, wie bspw. der großväterliche Polizist Lundy. Die Stellen mit ihm empfand ich immer als besonders lesenswert.

Fazit: Was macht ein gutes Buch aus? Eine spannungsgeladene Handlung? Ein eindringlicher Schreibstil? Authentische Charakter? An "Totenfang" ist nichts schlecht, aber auch nichts hervorragend. Die Handlung dümpelt die meiste Zeit vor sich hin, ist jedoch nur selten wirklich langweilig. Der Schreibstil ist weder eindringlich noch herausragend, aber angenehm und einfach zu lesen. Bei den Charakteren handelt es sich zwar größtenteils um Stereotypen, doch als nervig empfand ich keinen. Kurz: Für mich ist Totenfang kein schlechtes Buch, aber auch keines, das man unbedingt gelesen haben muss.

Donnerstag, 5. Januar 2017

Rezension: Alexander von Schönburg - Weltgeschichte to go

Preis Hörbuch: 19,99€
Preis Hardcover: 18,00€
Format: 4 CDs
Laufzeit: 5h 12 Min
Gelesen von: Christoph Maria Herbst
Verlag: Random House Audio
 
ISBN:
978-3-8371-3530-5
Erscheinungsdatum: 25. April 2016
Genre: Geschichte
 
Reihe: Einzelband

Klappentext Eigentlich geht das gar nicht: die ganze Weltgeschichte in weniger als sechs Stunden zu erzählen. Aber Alexander von Schönburg macht das so elegant und leichtfüßig, dass man plötzlich süchtig wird nach Geschichte. Weltgeschichte to go nimmt uns mit auf eine Reise zu den wichtigsten Städten der Menschheit, berichtet von den größten Helden und den schlimmsten Schurken. Überraschende Durchblicke quer durch das Dickicht der Jahrtausende und die pointierte Lesung von Christoph Maria Herbst machen dieses Hörbuch zu einem Erlebnis.

Christoph Maria Herbst als Sprecher passt zu diesem Hörbuch wie die Faust aufs Auge! Das sowieso schon fluffig geschriebene Buch, wird durch Herbsts angenehme und scherzende Stimme weiter aufgelockert, sodass das Zuhören ein wahrer Genuss ist.

Auch ich stand dem Projekt, die ganze Weltgeschichte in etwas über fünf Stunden Hörzeit zu packen, skeptisch gegenüber. Doch zu groß war die Neugier und die Hoffnung, Wissenslücken zu stopfen. Ich begann zu hören und war sofort begeistert. Tolle Stimme, toller Aufbau, interessante Details, von denen ich zum ersten Mal hörte, aber auch einige, an die ich mich gut erinnern konnte. Leider verlor das Hörbuch im weiteren Verlauf an Struktur, sodass mich das Ganze eher an eine zusammenhanglose Aneinanderreihung verschiedenster Fakten - oder auch nur Anekdoten - erinnerte. Immer öfter schweift der Autor ab, kehrt wieder zurück, was bei einem Hörbuch für Hörer, die vielleicht nicht immer zu 100% beim Buch sind, fatal ist.

Relativ schnell gab es ein Problem. Ich konnte mich auf das Hörbuch nicht mehr einlassen, hatte den Drang Dinge, die ich nicht wusste, aufzuschreiben und auswendig zu lernen. Ich war genervt von mir selbst, dass ich nicht einfach in Ruhe zuhören konnte. Es ging alles zu schnell (klar, wenn man während dem Autofahren gleichzeitig mitschreiben, begreifen und auswendig lernen will). So brach ich das Hörbuch in etwa der Mitte ab und hörte es nur noch in kleinen Happen weiter.

Fazit: Ein toller Hörbuchsprecher, ein interessantes Projekt, das vielleicht nicht immer zu 100% funktioniert hat. Weltgeschichte lässt sich einfach nicht in knappe sechs Stunden packen, doch der Versuch war sehr interessant und bot einiges Neues.

Dienstag, 3. Januar 2017

Gemeinsam Lesen #44

Gemeinsam Lesen ist eine Aktion von Schlunzen-Bücher, die von Asaviel's Bücher-Allerlei ins Leben gerufen wurde. Die Aktion findet wöchentlich immer Dienstags bei Steffi und Nadja von Schlunzenbücher statt. Teilnehmen darf jeder wann und immer er Lust und Zeit dazu hat. Die Fragen auch nach Dienstag noch beantwortet werden. Bitte benutzt bei einer Teilnahme das Gemeinsam Lesen.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du? Ich lese immer noch Totenfang von Simon Beckett und befinde mich aktuell auf S. 252/560. Außerdem habe ich mit Die Schrift in Flammen von Miklos Banffy begonnen. Hier befinde ich mich auf S. 228/800.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Totenfang: "Lundy rief mich kurz vor der Mittagszeit an."
Die Schrift in Flammen: "Gemäß einem ungeschriebenen Vertrag teilten sie das Abady-Reich unter sich auf - wie einst Octavian, Marc Anton und Lepidus das Römische Imperium." 

3. Was willst du aktuell unbedingt zu deinem Buch loswerden?

Totenfang: Leider konnte mich dieser David Hunter Roman bisher noch nicht packen. Zu viele Längen, bisher keine Spannung und irgendwie nervt mich David Hunter auch ein bisschen. Ich hoffe nun auf einen spannenden Countdown.
Die Schrift in Flammen: Bisher liebe ich alles an diesem Buch. Der ausufernde, beschreibende Schreibstil ist einfach grandios, die Dialoge wunderschön, teilweise witzig und die Atmosphäre sehr dicht. 

4. Ich lese, weil es die schönste Art ist Farbe in den Alltag zu bringen. Und noch aus tausend weiteren Gründen.
 
Und was lest ihr gerade?