Montag, 5. Dezember 2016

Rezension: Banana Yoshimoto - Lebensgeister

OT: Sweet Hereafter 
Übersetzung: Thomas Eggenberg 
Preis Ebook: 12,99€  
Preis Paperback: 15,00€ 
Seitenanzahl: 160 Seiten

Verlag: Diogenes
ISBN: 978-3-257-30042-0
Erscheinungsdatum: 28. September 2016
Genre: Roman
Reihe: Einzelband

Klappentext Nach einem schweren Unfall und dem Verlust ihres Geliebten ist Sayoko nicht mehr sie selbst. Sie hat das Zwischenreich der Geister betreten und Geheimnisse der unsichtbaren Welt erfahren. In der Tempelstadt Kyoto lernt sie allmählich das Leben so zu akzeptieren, wie es ist: voller Ungewiss­heiten und Rätsel, dem Tod immer nahe, ob man jung ist oder alt. Aber sie begreift auch, wie einmalig und geheimnisvoll das Diesseits ist.

Das Buch beginnt direkt mit dem Unfall, bei welchem Sayoko schwerst verletzt wird und ihr Geliebter Yoichi stirbt. Zwei Jahre dauert es, bis ihre körperlichen Verletzungen geheilt sind und sie wieder ein normales Leben führen kann. Eng verbunden mit den Eltern des Verstorbenen führt sie Yoichis Atelier weiter. Der Leser begleitet Sayokos Weg zurück ins Leben, ihre seelische Heilung. Sie zieht aus ihrem Elternhaus aus, findet neue Freunde und erkennt die Schönheit und Besonderheit des Lebens. Niemals hätte ich nach dem Lesen des Klappentextes gedacht, einen so lebensbejahenden Roman vorliegen zu haben. So denkt  Sayoko zum Ende hin:

"Was für ein Luxus, was für ein Geschenk ist es doch, dachte ich nur, dass du eine Zeitlang hier auf Erden sein darfst, in diesem großen unerschöpflichen Leben." (S. 123) 

Dennoch wird ihr Schmerz, ihre Trauer gut  beschrieben:

"Für eine Weile ließ das Leben mit all seinen täglichen Erfordernissen mein Herz in Ruhe und ging, Hand in Hand mit meinem Körper, einfach nur weiter, immer weiter." (S.47) 


Yoshimotos Schreibstil ist feinfühlig und dennoch klar und direkt. Die unglaubliche Leichtigkeit, mit welcher sie Sayokos Geschichte erzählt, hat einen hohen Wiedererkennungswert. Zu der Geschichte fand ich schnell Zugang, sodass ich die 160 Seiten an einem Stück las.

Besonders gut gefielen mir auch die zahlreichen Fußnoten, welche Anmerkungen des Übersetzers Thomas Eggenberg beinhalten und das Verständnis für gewisse Orte erleichtern. So findet man am Seitenende Wortübersetzungen wie
Daifuku-Mochi (Daifuku = Großes Glück; Mochi = Eine Art Reiskuchen (...)) oder Informationen zu Orten, Gebäuden (Gakeshobo = Ein kleiner sympathischer Buchladen (...)).


Die Charaktere empfand ich als sehr erfrischend. Angetan war ich vor allem von Sayokos Nachbarn Atarus. Dass Sayoko Geister sehen kann, ist in diesem Buch nicht das Hauptthema. Viel mehr geht es um das eigentliche Leben, aber auch den Umgang mit dem Tod. Das Leben nach dem Tod wird vor allem zu Beginn des Buches thematisiert, in welchem Sayoko nach dem Unfall eine Nahtoderfahrung erlebt und ihrem toten Großvater sowie dem verstorbenen Hund begegnet.

Ein weiteres Zitat, dieses Mal von Sayokos verstorbenen Großvater, welches mir sehr gefallen hat, lautet wie folgt:

"Alles hat seine Zeit, braucht seine Zeit. Daran solltest du immer denken. Wenn du zu weit nach vorne schaust, stolperst du. Verweile lieber im Moment, und geh Schritt für Schritt deinen Weg." (S. 111)

Fazit: Ein lebensbejahender, einfühlsamer Roman, welcher sich mit dem "Danach" in unterschiedlichen Formen, aber vor allem mit dem "Jetzt" beschäftigt.

Freitag, 2. Dezember 2016

Leseliste: Dezember 2016

Hallo zusammen :)

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und wieder einmal stehe ich vor meinem Regal und frage mich:
Welche Bücher will ich in diesem Jahr unbedingt noch lesen? 
Keine leichte Aufgabe und doch konnte ich mich (zugegebenermaßen auf einige) Bücher beschränken ;)

Bisher habe ich in diesem Jahr 89 Bücher gelesen.
Ob ich die 100 in diesem Jahr schaffe? Versuchen werde ich es zumindest ;) 

Folgende Bücher habe ich mir für den Dezember ausgesucht.

Zum einen möchte ich gerne Stadt ohne Engel von Jan Brandt beenden. Das Buch habe ich November bereits begonnen und bisher gefällt es mir sehr gut :) Auch Nach einer wahren Geschichte von Delphine De Vigan habe ich bereits im November begonnen. Ebenfalls ein ganz tolles Buch ♥


Zwei Weihnachtsbücher dürfen im Dezember natürlich auch nicht fehlen, daher habe ich mich für Der Weihnachtshund von Daniel Glattauer und All I want for Christmas von Amy Silver entschieden. Ich freue mich schon auf die beiden Bücher und hoffe, dass beim Lesen Weihnachtsstimmung aufkommt :)



Außerdem möchte ich nochmal an meinem guten Vorsatz für 2016 festhalten und noch vier Reihen fortführen oder sogar beenden. Hier habe ich mich zum einen für den finalen Band der Chroniken der Schattenjäger Clockwork Princess von Cassandra Clare entschieden. Die ersten beiden Bände mochte ich sehr gerne und ich bin gespannt wie die Trilogie endet ♥ Außerdem möchte ich dringend die Iron King Saga, auch bekannt unter dem Titel "Plötzlich Fee", weiterführen. Band 1 ist schon wieder ein Jahr her, daher möchte ich den zweiten Band The Iron Daughter von Julie Kagawa unbedingt noch 2016 lesen. Auch der erste Band der Schatten von London liegt schon fast ein Jahr zurück. Hier freue ich mich schon riesig auf die Fortsetzung In Memoriam von Maureen Johnson. Zu guter letzt möchte ich noch Elias und Laia - Eine Fackel im Dunkel der Nacht von Sabaa Tahir lesen. Band 1 hat mir total gut gefallen, liegt aber sogar schon 1,5 Jahre zurück. Mehr Zeit möchte ich auf keinen Fall vergehen lassen, da ich mich schon jetzt kaum noch an Band 1 erinnern kann. Ich hoffe, ich finde überhaupt wieder in die Geschichte :/



Dann möchte ich gerne noch zwei Rezensionsexemplare lesen. Auf Totenfang von Simon Beckett bin ich schon sehr gespannt, da ich die David Hunter Reihe bisher unfassbar gut fand. Und auch die Idee hinter Goddess of Poison - Tödliche Berührung von Melinda Salisbury klingt sehr interessant :)



Zu guter letzt habe ich noch eine SuB-Leiche, ein Geburtstagsgeschenk und ein selbst gekauftes Buch ;) Bei der SuB-Leiche handelt es sich um Die Worte der weißen Königin von Antonia Michaelis. Die Bücher der Autorin lese ich am liebsten, wenn es draußen kalt ist und bisher hat mich noch keines enttäuscht. Das Paket von Sebastian Fitzek war ein Geschenk zum Geburtstag, weshalb ich es auch so schnell wie möglich lesen möchte. Die Geschichte klingt unglaublich spannend. Selbst gekauft habe ich mir im November Die Fremden von Willam Shakespeare. Hierbei handelt es sich um einen Auszug aus einem Theaterstück. Dieser Auszug ist sowohl auf englisch als auch auf deutsch in dem sehr dünnen Büchlein zu finden und thematisiert die Flüchtlingsproblematik des 17 Jahrhunderts. Ich bin gespannt :)


Und was möchtet ihr zum Jahresende noch lesen?
Kennt ihr eines meiner Bücher?
Wie seid ihr wieder in die Geschichte um Elias und Laia gekommen?

Donnerstag, 1. Dezember 2016

[Monatsrückblick] November 2016

Hallo zusammen :)

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Auch der November war wieder richtig erfolgreich, denn es waren einige tolle Bücher, Filme und eine grandiose Serie dabei :)

Meine Bücher


Der geheime Zirkel 03 Kartiks Schicksal von Libba Bray habe ich noch aus dem Oktober mitgenommen. Mir hat das Buch gut gefallen, auch wenn ich die Vorgänger lieber mochte. Hier kommt ihr zu meiner Rezension. Auch Leben ist keine Art, mit einem Tier umzugehen von Emma Braslavsky habe ich schon im Oktober begonnen. Ich fand das Buch einfach toll ♥ Definitiv ein Monatshighlight. Meine Rezension könnt ihr hier lesen. 

Außerdem habe ich mit der lieben Petra zusammen die illustrierte Ausgabe von Sieben Minuten nach Mitternacht von Patrick Ness gelesen. Uns beiden hat das Buch sehr gut gefallen. Ich fragte mich zum Schluss allerdings, ob man das Buch wirklich einem Kind / Jugendlichen in der Situation in die Hand geben sollte. Ich fands schon sehr heftig und war froh, dass ich es mit einer gewissen Distanz lesen konnte. Bekommen hat das Buch von mir 4 Sterne. Schwarz und Silber von Paolo Giordano hat mir vor allem wegen des besonderen Schreibstils gefallen. Meine Rezension findet ihr hier. Auch
Sunshine Girl 01 Die Heimsuchung von Paige McKenzie hat mir sehr gut gefallen. Es ist ein kurzweiliges und spannendes Jugendbuch, das ich Fans dieses Genres gerne ans Herz legen möchte :) Meine Rezi dazu ist auch schon geschrieben ;) 

Dann habe ich mit Opposition von Jennifer L. Armentrout als Hörbuch gehört. Leider hat sich während dieser Reihe mein Lesegeschmack stark geändert. Während ich Band 1+2 absolut liebte, konnten mich die Folgebände nur teilweise überzeugen. Der finale Band erhielt von mir 3 Sterne. Während dem Plätzchen backen hörte ich außerdem das Hörspiel Die Asche meiner Mutter von Frank McCourt. OMG, war das gut! Ich will unbedingt ganz bald noch das Buch lesen! Von mir bekam dieses Hörspiel 5 Sterne. Und auch Kafka durfte mich während des Backens begleiten, dieses Mal mit Der Prozess :) Das Hörbuch hat mir ebenso gut gefallen, wie das Buch ;) Nora Webster von Colm Toibin konnte mich ebenfalls überzeugen. Ich mochte die Protagonistin gerade weil sie nicht perfekt, dafür aber umso authentischer wirkte. Meine Rezi könnt ihr hier lesen. Auch Wer die Lilie träumt von Maggie Stiefvater war ein echtes Highlight. Band 2 hat mir noch besser gefallen als der Vorgänger, weshalb er von mir auch verdiente 5 Sterne erhielt. Ich freu mich schon so auf die weiteren Bände. 

*~* Meine Monatsstatistik Oktober*~*
Anzahl gelesener Bücher: 10
Abgebrochen: 0
Anzahl gelesener Seiten: 3.382
Gelesene Seiten pro Tag (durchschnittlich): ~ 113 Seiten
Durchschnittliche Wertung: ~3,9 Sterne
 


Filme
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Bei einer nachträglichen Halloween-Nacht mit meinen Lieblingsfreundinnen habe ich das erste Mal Die Nacht der lebenden Loser gesehen xD Ich fand den Film total witzig und er hat super zu Halloween gepasst :) Auch wenn ihr diesen Film sicher alle bereits kennt: Bei dieser Teenie-Komödie geht es um drei Loser-Teenager, welche durch ein misslungenes Ritual in Zombies verwandelt werden. Zunächst glauben sie nicht so recht daran, doch nach einigen Zwischenfällen merken sie, dass sie dringend Hilfe benötigen. Diese erhalten sie von der heißen Gothic-Nachbarin Rebecca.


https://de1imrko8s7v6.cloudfront.net/movies/posters/freestateposter_1463512089.jpg
Zuhause habe ich mir dann noch Free State of Jones angesehen. Ein unfassbar berührender Film zum Thema Menschenrechte der 1862 in Amerika spielt. Die Schauspieler (darunter Matthew McConaughey in der Hauptrolle) spielen ihre Rolle perfekt, sodass der Film trotz der Spielzeit von 134 Minuten nie langweilig wird. Der Farmer Newton Knight kämpft im amerikanischen Bürgerkrieg, kann sich mit den Werten der Konförderierten jedoch nicht identifizieren. Er fordert Gleichbereichtigung für Menschen jeder Abstammung und ruft eine Rebellion ins Leben. Durch diesen Film wird dem Zuschauer mal wieder bewusst, welch weiter Weg es bis zu den heutigen Gesetzen war. Außerdem regt er zum Nachdenken an, da heute noch ein ebenso weiter Weg vor uns liegt, bis Menschen wirklich gleich behandelt werden. Der Film basiert auf einer wahren Begebenheit uns ist eins meiner Filmhighlights in diesem Jahr!

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind konnte ich mir natürlich auch nicht entgehen lassen ;) Der Film spielt im Jahre 1926, in welchem der Brite Newt Scamaner nach New York reist. Ausgestattet mit einem magischen Koffer voll magischer Tierwesen bringt er schnell die ganze Stadt durcheinander, da sich ein paar der Tierwesen ins Freie stehlen können ;) Insbesondere die Tierwesen fand ich ganz, ganz toll, während mich die Handlung nicht immer überzeugen konnte. Doch auch die Rollen Queenie und Jacob haben mir sehr gut gefallen. Hier haben die Schauspieler ganze Arbeit geleistet. Insgesamt ein empfehlenswerter Film, von dem man (wie ich finde!) allerdings nicht zu viel erwarten sollte.








Serien
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Die Serie Downton Abbey hat mich den kompletten November über beschäftigt, denn ich habe die Staffeln 4,5 und 6 gesehen. Ich liebe diese Serie! Und das Beste: Sie wird von Staffel zu Staffel besser. Das große Finale war einfach nur perfekt und ich werde die Serie mit Sicherheit irgendwann nochmal von vorne beginnen ♥

So, das war mein November 2016.
Welche Bücher, Filme und Serien haben euch im vergangenen Monat beschäftigt? :)

Mittwoch, 30. November 2016

Rezension: Colm Tóibín - Nora Webster

OT: Nora Webster 
Übersetzung: Giovanni Bandini, Ditte Bandini 
Preis Ebook: 19,99€
Preis Hardcover: 26,00€
Seitenanzahl: 384 Seiten 
Verlag: Carl Hanser

ISBN: 978-3446250635 
Erscheinungsdatum: 22. August 2016 
Genre: Roman 
Reihe: Einzelband 
Meine Wertung: 4,5/5 Sterne

Klappentext Als ihr Mann viel zu früh stirbt, verfällt Nora Webster in einen Schockzustand. Es ist das provinzielle Irland der 60er Jahre, in dem sie nun versuchen muss, sich in einem selbstbestimmten Leben als Frau und Mutter von vier Kindern zurechtzufinden. Jeder kennt jeden in der kleinen Stadt, das macht all die Entscheidungen, die sie nun alleine fällen muss, nicht einfacher. Nora ist katholisch und unkonventionell, mit grimmiger Intelligenz sucht sie neue Wege für sich und ihre Kinder. In seinem großen Roman gelingt Colm Tóibín das Porträt einer Frau, die die Unabhängigkeit ihrer Gefühle bewahrt. Nora Webster ist eine der bleibenden Frauenfiguren der Literatur.

Beim Stöbern auf der Frankfurter Buchmesse, entdeckte ich "Nora Webster" von Colm Toibin und war bereits nach den ersten Seiten Feuer und Flamme. Umso mehr freute ich mich darüber, als ich wenige Wochen später mein eigenes Exemplar in der Hand hielt und die gesamte Geschichte lesen konnte.

"Nora Webster" handelt von einer verwitweten Frau und ihrem Weg zurück ins Leben. Das Leben einer alleinerziehenden Mutter ist nie leicht, schon gar nicht im Irland der 60er Jahre. Noras Trauer um ihren Mann Maurice spielt in diesem Buch eine allgegenwärtige Rolle, wobei diese vom Autor nicht ausgesprochen werden muss. Colm Toibin beschreibt meisterhaft, wie Trauer den Menschen verändert und welch langer und schwerer es für die Hinterbliebenen ist, wieder mit dem Leben fertig zu werden.

Die Beschreibung der Protagonistin ist unglaublich detailliert. Sie ist hart und unsicher zugleich. Sie ist stur und sie sagt und tut Dinge, die auf den ersten Blick nicht immer sympathisch sind. So ist sie beispielsweise nicht gerade dankbar für die Hilfe, die ihr zuteilwird. Sie empfindet diese als lästig, nimmt sie aber meist dennoch an. Oft auch deshalb, weil ihr gar nichts anderes übrig bleibt. Dank des Mitgefühls ihrer ehemaligen Arbeitgeber, erhält sie ihren alten Bürojob zurück, den sie jedoch früher schon nicht ausstehen konnte. Die Arbeitgeber kommen ihr nach kurzer Zeit sogar nochmals entgegen und zahlen ihr dasselbe Gehalt trotz Stundenreduzierung. Dennoch tritt Nora der Gewerkschaft bei, wohl einfach, weil sie dazu eingeladen wurde und kränkt ihre Arbeitgeber damit sehr. Es fällt ihr schwer Entscheidungen zu ihrer Gunsten zu treffen, wie sich bspw. einen Plattenspieler zu kaufen. Des Weiteren wird ihr Verhältnis zu ihren Kindern genauer betrachtet. Ihre beiden Töchter Aine und Fiona sind bereits aus dem Haus, während die beiden Jungs, Donal und Conor, noch Kinder sind und bei ihr leben. Noras Liebe zu ihren Kindern ist authentisch und für den Leser spürbar und doch hat sie Probleme, ebendiese Gefühle zu zeigen. Sie leidet darunter, wenn auch ohne dass dies genauer beschrieben wird, dass die Kinder ihrer Schwester mehr erzählen als ihr, sucht im gleichen Moment aber nach einer Begründung, warum dies wohl so ist. In diesen Momenten war für mich Noras Einsamkeit und Trauer am stärksten spürbar. Auch den Unterschied der Beziehung von Müttern zu ihren Söhnen bzw. Töchtern beschreibt Toibin gekonnt.

Toibins Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Er ist intensiv und eindringlich. Es gab immer wieder Szenen, welche mich nicht zuletzt durch Sprache und Wortwahl berührten und ich bin begeistert von seiner Fähigkeit unterschiedliche Stimmungen und Atmosphären zu schaffen. Das Buch ist in einem sehr ruhigen Ton geschrieben und schaffte es, mich auch ohne unerwartete Wendungen an die Seiten zu fesseln.

Den Charakter Nora Webster habe ich bereits beschrieben und für seinen Tiefgang gelobt, doch auch die Nebencharaktere in diesem Werk dürfen nicht unerwähnt bleiben. Egal ob die Schwestern, die Kinder, die Arbeitgeber oder die Kollegin...all diesen Charaktere konnte der Autor ausreichend Leben einhauchen, dass auch diese authentisch wirkten.

Fazit: Dank Nora Webster kann ich es kaum erwarten weitere Bücher dieses großartigen Autors zu lesen. Ein Buch, das noch lange in mir nachhallen wird und das ich mit großer Sicherheit noch einmal lesen werde.