Donnerstag, 7. Mai 2015

Rezension: Diane Brasseur - Der Preis der Treue

OT: Les fidélités 
Preis: 14,90 €
Einband: Broschiert
Seitenanzahl: 176 Seiten
Verlag: dtv premium
ISBN: 978-3423260695

Erscheinungsdatum: 01. April 2015
Genre: Roman
Reihe: Einzelband
Meine Wertung: 4,5/5 Sterne







Klappentext
"Seit einem Jahr lebt ein vierundfünfzigjähriger verheirateter Pariser Anwalt im emotionalen Ausnahmezustand: Er hat sich in die deutlich jüngere Alix verliebt. Was mit spielerischer Leichtigkeit begann – wiederentdeckte flirrende Erotik, der Reiz des Doppellebens, der Flirt mit einem Neubeginn –, wird mit der Zeit zu einer wachsenden Belastung. Sein Dilemma: Er ist nicht nur verrückt nach Alix, mit der er sich endlich wieder rundum lebendig fühlt, er liebt auch seine Frau. Eines Morgens zieht er sich in sein Arbeitszimmer zurück, in der festen Absicht, endlich eine Entscheidung zu treffen."

Ich muss gestehen, dass mich der Klappentext nicht zu hundert Prozent ansprach. Warum sollte ich in die Gedankenwelt eines Mannes eintauchen wollen, der seine Frau mit der deutlich jüngeren Alix betrügt? Mit so einem Menschen kann ich mich weder identifizieren noch Mitleid mit ihm empfinden. Doch die Geschichte um ihn, dessen Name während des Lesens unbekannt bleibt, Alix und seine Familie überraschte mich in vielerlei Aspekten.

Die geringe Seitenanzahl von 176 Seiten kombiniert mit kurzen Kapiteln und einer großen und angenehmen Schrift, ermöglicht ein schnelles und angenehmes Lesen. Vor allem der Schreibstil von Diane Brasseur gefiel mir außerordentlich gut. Er ist leicht und fließend, an manchen Stellen leicht poetisch.

In "Der Preis der Treue" werden neben der Wiedergabe von Geschehenem zudem mehrere Gedankengänge und Möglichkeiten durchgesponnen. Der Protagonist malt sich aus, wie seine Frau und seine Geliebte aufeinander treffen, wie Alix ihn vermisst und was sie von ihm denkt, wie sie auf seine Tochter wirken würde und so viel mehr. Ich hatte beim Lesen wirklich das Gefühl, in die Gedanken dieses Mannes einzutauchen. Das Dilemma ob er so weiter leben soll wie bisher, seine Geliebte oder seine Frau verlassen soll, konnte ich mich hinein versetzen. Die Bedrückung des Protagonisten konnte ich spüren und gerade dies machte für mich das Buch zu etwas besonderem. Die Authentizität mit der Diane Brasseur die Gedankenwelt des Protagonisten spinnt. Lediglich über seine Frau hätte ich gerne etwas mehr erfahren, denn seine Gedanken drehen sich hauptsächlich um Alix und sich selbst.

Fazit: Ein authentisches Gedankenkonstrukt eines Mannes der hin und her gerissen ist zwischen verschiedenen Entscheidungen. Ich würde empfehlen dieses Buch, wenn möglich, in einem Rutsch durchzulesen, da sich vor allem auf diesem Weg der Sog des Buches auf den Leser entwickelt.

1 Kommentar:

  1. Schön, dass dir das Buch gefallen hat, obwohl der Klappentext nicht so positiv klang :-)

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