Freitag, 22. Juli 2016

Rezension: Libba Bray - Der geheime Zirkel 01 Gemmas Visionen

OT: A Great And Terrible Beauty
Preis Ebook: 6,99 € 
Preis Taschenbuch: 10,95 €
Seitenanzahl: 480 Seiten 
Verlag: dtv

ISBN: 978-3-423-71683-3
Erscheinungsdatum: 27. Mai 2016 
Genre: Historische Jugendfantasy
Reihe: Band 1 von 3
Meine Wertung: 4/5 Sterne 

Klappentext England, 1895: Die 16-jährige Gemma wird auf einem Internat für höhere Töchter zur heiratsfähigen jungen Dame erzogen. Gemeinsam mit drei anderen Mädchen gründet sie einen geheimen Zirkel, der sich nachts zu »spiritistischen« Sitzungen trifft. Eines Tages passiert es dann: Für Gemma öffnet sich ein Tor aus Licht und mit ihren Freundinnen tritt sie in ein fantastisches Reich über, in dem alle Träume und Wünsche wahr werden. Doch bald schon erkennen sie, dass dieses magische Reich von einer schrecklichen Macht bedroht ist.

Schon lange hatte ich dieses Buch auf meiner Wunschliste. Als es dann auch noch ein wunderschönes neues Cover bekam, war der perfekte Zeitpunkt für "Der geheime Zirkel" endlich gekommen ;)

Gemma versteht nicht, weshalb sie nicht auf das Internat nach London darf, sondern bei ihrer Mutter in Indien bleiben muss. Immer wieder streiten sie sich darüber, bis ihre Mutter unter mysteriösen Umständen stirbt und Gemma von ihrer Familie nach London geschickt wird. Es plagen sie große Schuldgefühle, da sie sich mit ihrer Mutter in den letzten Wochen nicht besonders gut verstanden hat. Als sie Freundschaft mit ein paar zunächst sehr oberflächlich und arrogant scheinenden Mädchen schließt, fällt ihnen ein mysteriöses Tagebuch in die Hände und die Ereignisse nehmen ihren Lauf.

Die Geschichte, die zunächst in Indien spielt, konnte mich sofort mitreissen. Gemma mag nicht sofort die sympathischste Protagonistin aller Zeiten sein, doch gerade das machte sie von Beginn an sehr authentisch. Während des Buches gewinnt sie an Reife, entwickelt sich weiter und von dem quengeligen Mädchen vom Beginn des Buches ist zum Schluss kaum noch etwas übrig. Gerade diese Entwicklung gefiel mir unglaublich gut.

Auch die unglaublich dichte Atmosphäre, die Libba Bray in diesem Buch ununterbrochen aufrecht erhält, zieht den Leser durchgehend in den Bann der Geschichte. Den Schreibstil von Libba Bray schätzte ich schon bei "The Diviners". Er ist sehr beschreibend und bildhaft. Zudem liest sich das Buch sehr schnell.

Das Ende hatte für mich einige Überraschungen parat, die ich nicht erwartet habe. Ich freue mich nun unglaublich auf Band 2 dieser Geschichte und bin froh, dass ich "Der geheime Zirkel 01 Gemmas Visionen" endlich gelesen habe.

Fazit: Eine spannende Geschichte mit authentischen Charakteren und einer dichten Atmosphäre die ich vor allem Lesern die historisch angehauchte Bücher mit Hexen und einer ordentlichen Portion Mystik mögen, empfehlen kann ;)

Montag, 11. Juli 2016

Rezension: Matthew Quick - Flugstunden

OT: Love may fail
Preis Ebook: 14,99 €
Preis Softcover: 16,99 €
Seitenanzahl: 496 Seiten
Verlag: Rowohlt

ISBN: 978-3463400853
Erscheinungsdatum: 11. März 2016
Genre: Roman
Reihe: Einzelband
Meine Wertung: 3,5/5 Sterne 

Klappentext Portia Kane ist in einer Sackgasse angelangt. Sie hat ihr Leben vermasselt. Aber eines gibt es noch, was sie tun kann: Sie beschließt, ihren Lieblingslehrer aus der High School retten, den Mann, dem sie alles zu verdanken hat. Früher hat er seine Schüler Papierflugzeuge basteln und beschriften lassen, um sie Optimismus und Hoffnung zu lehren. Doch nach einem schockierenden Gewaltakt im Klassenzimmer hat er sich von der Welt zurückgezogen.

Portia möchte ihn ins Leben zurückholen, so sehr, wie sie daran glauben möchte, dass das Gute auf der Welt existiert. Eine halluzinierende Nonne und ein Ex-Junkie stehen ihr zur Seite, als eine Reise voller Wunder und Rückschläge ihren Anfang nimmt.


Die Erwartungen an Matthew Quicks neusten Roman waren gigantisch, da "Silver Linings" ein absolutes Lieblingsbuch von mir ist. Es geht tief, ist witzig und berührend zugleich. All das erhoffte ich mir auch von "Flugstunden".

Wie man schon an meiner Wertung erkennen kann, hat "Flugstunden" das leider nicht ganz geschafft. Dennoch konnte mich das Buch wieder sehr gut unterhalten und durch seine Besonderheit überzeugen. Zum Inhalt des Buches möchte ich gar nicht viel verraten, da der Klappentext bereits einiges preis gibt.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir sehr leicht. Matthew Quick hat einfach einen mitreißenden Schreibstil, der mit dem ersten Satz packen kann. Auch der Matthew Quick typische Humor kommt auf den ersten Seiten nicht zu kurz und so war ich gleich mitten in der Geschichte.

Die Charakterentwicklung ist Matthew Quick wieder perfekt gelungen. Eine Frau, die immer unabhängig sein wollte und Feministinnen bewundert, versauert in einem Leben mit ihrem Mann, der nicht nur Pornoproduzent ist, sondern sie auch noch betrügt. Bis sie einen Schlussstrich zieht. Ihre neue Lebensaufgabe: Den Lehrer retten, den sie damals so bewunderte. Besonders dieser Lehrer wuchs mir direkt ans Herz. Mit seiner eigenen Art zu unterrichten, beeinflusste er das Leben vieler Jugendlicher stark ins positive. Matthew Quicks Charaktere sind immer etwas überspitzt, etwas verrückt. Aber genau das macht seine Bücher zu etwas besonderem.

Soweit klingt doch alles perfekt! Jein, denn auch wenn mich die oben genannten Punkte überzeugen konnten, kam das Gefühl, das ich beim Lesen hatte überhaupt nicht an das heran, dass ich bei "Silver Linings" hatte. Und dann gibt es noch einen großen Minuspunkt und das ist die Handlung selbst. Wie bereits erwähnt konnte mich der Anfang komplett packen, doch nach etwa hundert Seiten begann ein etwas langwieriger Teil, bei welchem ich vermutlich aufgegeben hätte, wäre der Humor und der Schreibstil nicht nach wie vor lesenswert. Ich langweilte mich und legte das Buch längere Zeit zur Seite. Glücklicherweise war das nach weiteren ca. 100 Seiten dann auch zu Ende, denn da konnte mich das Buch wieder packen. Das Ende empfand ich als sehr authentisch und gelungen. Besonders beeindrucken konnte mich jedoch die Wirkung, die das Buch auch viele Tage nach der Beendung auf mich hatte. Ich begann zu grübeln, einiges zu hinterfragen, manche Passagen erst im Nachhinein genauer zu verstehen. Genau das muss ein gutes Buch haben.

Fazit: Einmal mehr zeigt Matthew Quick, dass er einen besonderen und individuellen Stil hat. Dies betrifft sowohl den Schreibstil selbst als auch die Charaktere und den Humor. Ich freue mich auf weitere Bücher des Autors :)

Sonntag, 10. Juli 2016

Rezension: Fiona Barton - Die Witwe

OT: The Widow
Preis Ebook: 14,99 €
Preis Softcover: 16,99 €
Seitenanzahl: 432 Seiten
Verlag: Wunderlich 

ISBN: 978-3805250979 
Erscheinungsdatum: 21. Mai 2016
Genre: Roman
Reihe: Einzelband 
Meine Wertung: 4/5 Sterne 

Klappentext Die Frau. Jean Taylor führt ein ganz normales Leben in einer englischen Kleinstadt: Sie hat ein hübsches Haus und einen netten Ehemann. Glen und sie führen eine gute Ehe.

Der Mann. Dann kommt der Tag, der alles ändert: Sie nennen Glen jetzt das Monster. Er soll etwas Unsagbares getan haben. Und Jeans heile Welt zerbricht.

Die Witwe. Jetzt liegt Glen auf dem Friedhof, und Jean ist zum ersten Mal allein. Allein und frei. Frei ihre Geschichte zu erzählen. Jean Taylor wird uns sagen, was sie weiß.


Wie schon auf dem Cover steht, handelt es sich bei "Die Witwe" um einen Roman und nicht um einen spannungsgeladenen oder gar actionreichen Thriller. Was darf von der Geschichte also genau erwartet werden?

Zunächst einmal überzeugten mich die unglaublich tiefen und facettenreichen Charaktere. Insbesondere "die Witwe", Jean Taylor, konnte mich auf Anhieb durch Ihre Authentizität überzeugen. Hierbei scheint Fiona Barton eine der wenigen Autorinnen zu sein, die eine Protagonistin nicht unbedingt liebenswert und intelligent kreieren musste. Ich finde das toll! Klar, ist es schön, wenn man sich mit der Hauptfigur einer Geschichte identifizieren kann oder sie einem ans Herz wächst, doch viel zu selten werden die Geschichten der Personen erzählt, die uns vielleicht nicht sofort sympathisch sind.

Der Stil der Autorin ist sehr einfach und ruhig. Das Geschichte lässt sich sehr schnell lesen. Auch wenn eigentlich gar nicht so viel passiert, fiel es mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Gerade zum Schluss konnte mich die Geschichte um Glen und Jean komplett packen und von sich überzeugen. Das Buch umfasst viele kurze Kapitel, die aus unterschiedlichen Perspektiven und zu unterschiedlichen Zeiten spielen. Mir hat das sehr gut gefallen, auch wenn ich des Öftern durcheinander kam.

In die Geschichte selbst ist eigentlich schnell eingeführt. Sie handelt von einem Mann, der ein kleines Mädchen entführt haben soll, jedoch nicht verurteilt wurde. Einer Frau, die nach dem Tod ihres Mannes alleine mit den Anschuldigungen zurecht kommen muss. Einem Polizist, der immer noch nach dem kleinen Mädchen sucht. Einer Journalistin, die nach dem Tod des Mannes eine große Story wittert. Doch hat Glen das Mädchen wirklich entführt? Wo ist es? Hatte er Komplizen? Oder war alles doch ganz anders?

Zum Ende ist nichts mehr, wie es schien. Oder vielleicht doch? Die Spannung war nicht mehr zu überbieten. Seitenlang wusste ich gar nicht mehr, was ich noch glauben sollte und fieberte gespannt dem Ende hingegen. Fragen blieben keine offen und ich schlug dieses Buch vollends zufrieden zu :)

Fazit: Eine Geschichte, die sehr ruhig beginnt und dann immer mehr an Fahrt aufnimmt. Sehr besonders, sehr spannend und absolut empfehlenswert für Leser, bei denen nicht immer das Blut aus den Seiten laufen muss, sondern Spannung auch unterschwellig erzeugt werden darf ;)